
Die 12 Finalisten
Der zum vierten Mal ausgeschriebene Architekturpreis ist auf reges Interesse gestossen. Aus über sechzig Beiträgen hat die Fachjury zwölf hervorragende Beiträge nominiert. Wählen Sie daraus Ihren Favoriten zum Sieger des Publikumspreises mit dem Talon auf Seite 100 oder auf
Bregenzer Wald
In der österreichischen Hochburg zeitgenössischer Architektur baute Oskar Leo Kaufmann ein Haus für seine Schwester, die Hotelière Susanne Kaufmann von der „Post“ Bezau. Das Thema war ein Haus, das wirklich zu den Leuten passt, die es bewohnen», sagt Susanne Kaufmann. «Mein Bruder macht es immer so, wenn er die Bauherren kennt, für die er tätig ist.»
Entsprechend sei das Konzept ein Haus mit klarem Kontrast zwischen Innen und Aussen gewesen: aussen schwarz, innen weiss. Susanne Kaufmann ist Hotelière und Inhaberin des erfolgreichen Hotels «Post» im vorarlbergischen Bezau, Hauptort des Bregenzerwaldes. Susanne Kaufmann bewohnt das Haus gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musiker Alfred Vogel, und den gemeinsamen zwei Kindern. Gleich im Entree führt links eine ganz kurze Treppe «hinunter» in den loftartigen Wohnraum; es sind nur 40 Zentimeter, aber die sorgen für eine besondere Atmosphäre. Das Haus ist nämlich 60 Zentimeter im Erdreich versenkt, um seine Dachlinie nicht über jene der nebenan gelegenen Tennishalle des Hotels reichen zu lassen. Rechts führt eine Treppe in den Keller, wo es viel Lagerraum gibt und Alfred Vogel in seinem Studio an musikalischen Projekten arbeitet.
Architekt Oskar Leo Kaufmann vom Dornbirner Büro Kaufmann Rüf hat das Haus als zweiten Prototyp eines Systemhauses geplant. Den ersten Prototyp dieses Systemhauses plante man für einen befreundeten Fotografen, der sich in den Weiten von Upstate New York ein Ferienhaus bauen wollte. Im Fall des Hauses für seine Schwester sei das System jedenfalls bis an seine Grenzen getestet worden. Besonders gefalle ihm nach wie vor der schöne Lichteinfall durch die riesige Glasfront des Wohnraumes, sagt der Architekt.

Mehr über Vorarlberger Architektur erfährt man über das entsprechende Institut mit der Adresse www.v-a-i.at, es werden auch Reisen zum Thema organisiert.
Fotos: Patricia Parinejad
Upstate New York
In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei hat das Basler Architekturbüro HHF eine Wochenendresidenz in Upstate New York entworfen. Neben dem Hauptgebäude gibt es nun das Gästehaus zu bewundern.

Hinter einem schlichten schwarzen Metalltor führt ein langer, hellgrauer Schotterweg in einer sanften Biegung zu den beiden Gebäuden der Tsai Residence. Rechts von uns, über eine kleine Reihe Trittplatten aus Naturstein oder über die Garagenzufahrt zu erreichen, steht das erst kürzlich fertiggestellte Gästehaus. Linker Hand das zwischen 2005 und 2008 erbaute Haupthaus. Das später fertiggestellte Gästehaus wirkt auf den ersten Blick wie das Haupthaus, was vor allem an der wellblechverkleideten Holzkonstruktion liegt. Sie ist hier von einer rauen, rotbraunen Rostschicht überzogen, die das herbstliche Rot der Laubbäume widerspiegelt. Während das Haupthaus auf einer rechtwinkligen klaren geometrischen Formensprache beruht, ist hier der Bogen die charakteristische Form. Das Gästehaus ist wie ein Ypsilon aufgebaut – drei Flügel, die in einer jeweils anderen, rechteckigen Öffnung enden.
Fotos: Iwan Baan/Nikolas Koenig
Eine eigene Welt
Der Designer führt in Genf auch eine gleichnamige Galerie, eine Wunderkammer, in der es viel zu entdecken und zu erfahren gibt.
Philippe Cramer muss man definitiv als Exoten bezeichnen, so sehr unterscheiden sich seine Kreationen von dem, was man sonst in der Schweizer Designlandschaft zu sehen bekommt. Das Schweizerische bezieht sich bei ihm eher auf das Credo der lokalen Produktion seiner Stücke als auf eine typisch helvetische Formensprache. Philippe Cramer eröffnete seiner Galerie, in der wir ihn besuchten, 2004. Als er 2001 seine Firma gründete, standen ehrliche Materialien wie Holz, Porzellan oder Silber im Vordergrund, er empfindet das das Nicht-Perfekte des von Hand Hergestellten faszinierend. Farblich waren die ersten Stücke zurückhaltend, heute experimentiert Cramer gerne mit Farben – und nicht nur damit.
In Philippe Cramers Schatzkammern sind Spielsachen, Naturgebilde oder komische Kitschteile zu finden, alles ist gleichwertig, alles ist Form, Farbe, Fantasie. Alles kann verwandelt werden, in der richtigen Proportion, mit dem richtigen Material und einer Idee zu einem neuen Objekt werden. Dinge zu verknüpfen, sie untereinander in einen Dialog treten zu lassen, die immerwährende Gleichzeitigkeit des Gesamtkunstwerks – Cramer nennt dabei Brancusi als Referenz – liegen dem Designer mehr als das blosse Abspielen von Arbeiten, das immerzu nach News ruft. Darum ist die Gestaltung ganzer Räume für ihn eine ideale Aufgabe. Eine solche Rauminstallation konnte er für das Historische Museum in Genf realisieren. Für den im 18. Jahrhundert erbauten Salon Cartiny entwarf er verschiedene Möbelstücke aus einfachem Tannenholz, die mit ihren vielen formalen Zitaten eine moderne Interpretation des historischen Stils ergeben.
Porträt: Daniela Droz und Tonatiuh Ambrosetti
Montreal
Architekt Moshe Safdie erbaute 1967 einen Komplex mit Wohnungen. Eine davon wurde kürzlich renoviert und verkauft; der Käufer hat schon als Kind davon geträumt, dereinst eine Wohnung im „Habitat 67“ zu besitzen.Byron Peart – Mitbegründer des kanadischen It-Labels «Want Les Essentiels de la Vie» – konnte sein Glück kaum fassen, als er von einer freien Eigentumswohnung im ehemaligen Expo-Ausstellungsobjekt erfuhr. Klar, dass der Designer diese Wohnung haben musste, welche er seit kurzem zusammen mit seinem Lebenspartner Stefan Weisgerber, einem bekennenden Fan der Bauhaus-Bewegung, bewohnt. Als Teil der 1967 stattfindenden Weltausstellung «Expo 67» errichtet, standen einem internationalen Publikum 26 möblierte Wohnungen zur Besichtigung offen. Darunter auch Dreikäsehoch Byron, der damals an der Hand seiner Mutter erste Anzeichen der Leidenschaft für Modernismus an sich entdeckte. Da Moshe Safdies spektakulärer
Wohnbaukomplex «Habitat 67» nicht nur ein denkmalgeschütztes Gebäude, sondern wegen seiner krümeligen Konsistenz auch eine konstante Baustelle ist, wandten sich die zukünftigen Bewohner der Einheit mit ihren Ideen an Interior-Profis. Darunter die kanadische Einrichtungsspezialistin Maria di Ioia sowie der in Deutschland beheimatete Küchenhersteller Bulthaup. Oberstes Ziel war dabei, die kubistische Grundform der im Baukastenprinzip gestalteten Siedlung beizubehalten. Im Innern dagegen wollten Byron und Stefan den Fokus auf offene Räume mit einer fliessenden Struktur legen, deren Herzstück die Küche darstellt. Hierfür hat sich das Paar für das Modell «b1» entschieden, deren schräge Griffkante als prägendes Gestaltungselement fungiert. Und dadurch eine konsequente Ausrichtung auf horizontale und vertikale Linearität bewirkt. Was wiederum das geometrische Thema der Wohneinheit aufnimmt.
www.bulthaup.ch
www.habitat67.com
Fotos: James Brittain, Safdie Architects
Heiss geliebt
Gestalten Sie kalte Tage warm und wohlig! Das geht ohne ästhetische Kompromisse und ohne Ihr Raumklima oder die Umwelt zu belasten.

Frei
Seit über 50 Jahren gelingt es dem Unternehmen in enger Partnerschaft mit dem Handwerk, die Wärmewünsche der gemeinsamen Kunden wahr zu machen. Das Familienunternehmen Frei betreibt stetig Forschung nach technischen Innovationen und bietet Kunden wie auch Partnern kompetente Unterstützung von der Planung bis zur Ausführung. Der dreiseitige Stahlofen passt ideal zu moderner Innenarchitektur, die er gekonnt widerspiegelt.
www.frei-cheminee.ch

The Soft World
Die Niederländerin Beatrice Waanders verzaubert mit ihrer Home Couture.
Poesie in Fell und Stoff kreiert Beatrice Waanders mittels jahrhundertealter Filztechnik aus der Wolle von mehr als 30 alten und vergessenen europäischen Schafrassen, aus Mohair und Kaschmir, Alpaca, Kamelhaar, Angora, Seide und Baumwolle. Ihre Kreationen sind naturgemäss Unikate und werden ausschliesslich aus Wolle von Hobbyzüchtern, die ihren Tieren ein wunderbares Leben bieten, gefertigt.
www.thesoftworld.com
www.konvex.ch
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